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Fahrt 2014 - Tag 3: Mittwoch, 16.07.2014

Howard Castle

An diesem Tag mussten wir uns auf lange Fahrstrecken durch die Dales gefasst machen. Klaus hat die bergige Tour mit ihren schmalen, oft mit Mäuerchen begrenzten Straßen wie immer mit Bravour gemeistert. An Bord hatten wir auch englische Gäste.
Die erste Strecke von 2 Stunden führte über Bradford mit seiner auffallend indisch-pakistanisch-muslimischen Bevölkerung nach Haworth, wo die Brontes, eine berühmte Schriftsteller-Familie, in der 1. Hälfte des 19. Jh im Pfarrhaus lebten. Charlotte, Emily und Anne ( vergleichbar vielleicht mit der Münsterschen Annette ) schrieben unter männlichem Pseudonym von der kargen Heide- und Moorlandschaft Yorkshires geprägte Romane. Am bekanntesten sind die Klassiker “Jane Eyre“ und “Wuthering Heights“. Die drei begabten Frauen starben jung, genau wie ihr genialer, aber weniger erfolgreiche Bruder Branwell. 

Wir besuchten das Bronte Parsonage Museum und schlenderten durch das Bilderbuch- Dörfchen Haworth, wo die grellgelbe Tour-de-France-Dekoration etwas fehl am Platz wirkte. Die altmodisch eingerichtete, nach Seife und Kräutern duftende Apotheke dagegen war immer noch ein unverfälschtes Stück “Merry Old England“. 

Weiter lotste uns Klaus zu der historischen Schleusentreppe Bingley Five Rise Locks.
Im 19. Jahrhundert waren Kanäle die wichtigsten Transportwege für englische Industriewaren.

Bingley Five Rise Lock


Saltaire Village, UNESCO-Weltkulturerbe und unser nächstes Ziel am Leeds and Liverpool Canal, hat heute natürlich Eisenbahnanbindung.
Die Mustersiedlung ließ der Tuchfabrikant Sir Titus Salt 1851 – 1876 für 3 000 Arbeiter errichten. Alle Wohnhäuser, solide aus Naturstein gebaut und mit Schiefer gedeckt, hatten – vorbildlich in viktorianischer Zeit - Gas, fließendes Wasser und Außentoilette. Im Ort gab es Gemeinschaftseinrichtungen wie Wäscherei, Badehaus, Krankenhaus und Kleingärten, eine Schule, ein Bildungsinstitut mit Bibliothek und Turnhalle, eine Kirche, aber keinen Pub. Sir Simon – strenger Protestant und Philanthrop – sorgte sich eben um die körperliche und geistige Gesundheit seiner Schutzbefohlenen. 

Salts Mill, das große Fabrikgebäude, wurde in den 1980er Jahren in eine Kunstgalerie - Eintritt frei – umgewandelt.
Einen großen Raum nehmen dort die Bilder des aus Bradford stammenden Malers David Hockney ein, der zur Wiedereröffnung des Landesmuseums im Herbst nach Münster kommen wird. Cath, 

eine der uns begleitenden Engländerinnen, erzählte mir schmunzelnd, sie und ihr Mann hätten schon oft auf Spaziergängen eigentlich unspektakuläre Plätze wiedererkannt, die der immer auffallend gekleidete Künstler in leuchtend grellen Farben gemalt hatte, einmal sogar einen Baum, wo ihr Hund gern sein Bein hebt.
Unser Abendessen fand im 'Hawthorn Alice' in Nun Monkton statt. Trotz Vortour im Frühjahr und Anmeldung der Gruppe dauerte alles etwas länger, aber geschmeckt hat uns das 3-Gänge-Menü mit regionalen Zutaten, u.a. Grünkohl ( kale ) - mal ganz anders zubereitet als in Westfalen - und ein herrlicher Nachtisch ( Baiser + Erdbeeren / Himbeeren + Sahne = Eton Mess ).

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xxnoxx_zaehler

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