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Erzieherinnen des Anne-Frank-Berufskollegs erkunden Kindergärten Yorks

Das Anne-Frank-Berufskolleg führte bereits  zum vierten Mal  erfolgreich berufsbezogene Studienfahrten nach York durch. Zweimal erkundeten angehende Maß- und Modeschneide­rinnen die Modewelt Yorks und bereits 2006 fand ein gemeinsames Fremdsprachenprojekt von angehenden Erziehrinnen aus York und Münster in deutschen und englischen Kindergär­ten statt.

Bei der diesjährigen Fahrt, die vom 27.2 bis 6.3 2011 stattfand, wurden die bestehenden  Kontakte zum York College und zur Stadt York weiter ausgebaut. Acht angehende Erziehe­rinnen des Anne-Frank-Berufskollegs  haben mit ihrer Fachlehrerin das breite Spektrum der  vorschulischen Erziehung  in York genauer unter die Lupe genommen. Sechs Schülerinnen absolvierten ein mehrtägiges Praktikum in Kindertagesstätten  – organisiert durch das York College – und zwei Schülerinnen hatten gemeinsam mit ihrer Fachlehrerin die Chance, Sozi­alpädagoginnen der Stadt York bei ihrer täglichen Beratungsarbeit  in unterschiedlichen Kin­derbetreuungseinrichtungen über die Schulter zu schauen. Von Children’s Centres über pre-schools bis hin zu Forrest Schools, die sich am Vorbild der deutschen Waldkindergärten ori­entieren, war alles dabei. Das Rahmenprogramm der Gruppe wurde mit einem schauerlichen ghost walk und einem offiziellen Empfang im Rathaus abgerundet.

Erzieherinnen in YorkDie Münsteranerinnen gewannen vielfältige positive aber auch schockierende Eindrücke. Die Freundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft der Engländer und vor allem der Yorker Bus­fahrer hat die Schülerinnen stark beeindruckt. „Hier drängelt keiner in den Bus und die Bus­fahrer sind an Freundlichkeit kaum zu überbieten“,  berichtet Hanna Hesselmann. Auch von der Stadt York und den unterschiedlichen Einrichtungen wurde die Gruppe sehr freundlich empfangen und die Bereitschaft war groß, den angehenden Erzieherinnen aus Münster vielfältige Einblicke in das englische vorschulische Bildungssystem zu gewähren.

Dieses sahen die Münsteraner Schülerinnen jedoch eher skeptisch. „Lernen, lernen, lernen scheint die Devise bereits im Kindergarten zu sein und schon mit viereinhalb kommen die Kinder in eine Art Vorschule“, berichtet Linda Averbeck, die unterschiedliche Einrichtungen besichtigt hat. Das Betreuungsverhältnis Erzieherin-Kinder ist zwar vorbildlich, aber 50% der Betreuerinnen einer Einrichtungen dürfen unqualifiziert sein. „Das merkt man dann auch ganz deutlich im Umgang mit den Kindern“, weiß Franziska Korte, die bereits in einem unga­rischen Kindergarten gearbeitet hat. Die children’s centres,  die ein umfangreiches Förderan­gebot für Eltern und Kinder – vor allem in sozial benachteiligten Wohngegenden –  anbieten,  könnten hingegen positives Vorbild für Deutschland sein. Leider beabsichtigt die derzeitige britische Regierung, die Ausgaben für diese  Zentren zu kürzen.

Sicherheit wird in den Einrichtungen ganz groß geschrieben. Keiner kommt ohne Anmeldung an der Rezeption vorbei und jede Blessur eines Kindes wird genau notiert. Es gibt Vorschrif­ten über Vorschriften, die die Sicherheit der Kinder gewährleisten und die Erzieherinnen gegenüber den Eltern absichern sollen. „Wenn wir denken, die Deutschen lieben Bürokratie, dann muss man in englische Kindergärten gehen. Für jedes Windelwechseln müssen die Er­zieherinnen Formulare ausfüllen; die Zeit für die Kinder ist da sehr beschränkt“, weiß die Fachlehrerin zu berichten.  Die ausufernde Bürokratie wird auch von den Sozialpädagogin­nen der Stadt York bemängelt, die die Einrichtungen regelmäßig besuchen.

Die Sozialarbeiterinnen und Erzieherinnen der Stadt York zeigten großes Interesse am früh­kindlichen Erziehungssystem in Deutschland und vor allem an den hiesigen Waldkindergär­ten. Daher ist für die nahe Zukunft ein Gegenbesuch angedacht, bei dem die Yorker das deutsche frühkindliche Erziehungswesen kennenlernen und Einblicke in unterschiedliche Einrichtungen in Münster bekommen. Ein Waldkindergarten darf dabei natürlich nicht feh­len! 

Das Fazit der Münsteraner Gruppe: „Wir sind dankbar für die freundliche Aufnahme und die Einblicke, die uns gewährt wurden. Unser besonderer Dank gilt Christine Dickinson vom York College und Nicola Kingdom und Sarah Penn von der Abteilung  Adults, Children and Education der Stadt York! Sicherlich haben wir einige positive Anregungen mit nach Hause genommen. Aber wir wissen unser System und unsere Ausbildung auch wieder mehr zu schätzen.“

Text: Sonja Vogel (Fachlehrerin)

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