Die Historie

Städtepartnerschaften haben ihre Wurzeln in einer Zeit, in der Europa nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs vor einer gewaltigen Aufgabe stand: Aus ehemaligen Feinden sollten wieder Nachbarn, aus Misstrauen wieder Vertrauen und aus Krieg und Konfrontation eine gemeinsame Zukunft werden.

Besonders in den Jahren nach 1945 entstanden deshalb zahlreiche Partnerschaften zwischen deutschen und britischen, französischen und anderen europäischen Städten. Die Idee dahinter war ebenso einfach wie wegweisend: Frieden und Verständigung entstehen nicht allein durch Verträge zwischen Regierungen, sondern vor allem durch persönliche Begegnungen zwischen Menschen. Wer die Menschen auf der anderen Seite kennenlernt, ihre Stadt besucht, ihre Geschichte versteht und Freundschaften schließt, baut Vorurteile ab und schafft Verbindungen, die über politische Grenzen hinweg Bestand haben können.

 

Der Partnerschaftsverein

Um diese Verbindung auch von bürgerschaftlicher Seite zu stärken, gründeten engagierte Münsteranerinnen und Münsteraner am 23. November 1999 den Partnerschaftsverein Münster–York e. V. Ziel war und ist es, der Städtepartnerschaft neue Impulse zu geben und persönliche Begegnungen zwischen Menschen aus Münster und York zu fördern.

Bis heute gehören deshalb Reisen, gemeinsame Veranstaltungen, regelmäßige Treffen und der Austausch mit Menschen und Organisationen aus York zu den wichtigen Aktivitäten des Vereins. Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit der York–Münster Twinning Association, unserem Partnerverein in York. Gemeinsam wollen wir neue Kontakte ermöglichen und die Verbindung zwischen beiden Städten immer wieder mit Leben füllen.

Münster und York – der Beginn einer besonderen Verbindung

Auch die Partnerschaft zwischen Münster und York entstand aus diesem Geist der Versöhnung. Bereits 1957 nahm die Stadt York die Initiative auf und lud Vertreter der Stadt Münster zu einem Besuch nach York ein. Im März 1958 folgte der Gegenbesuch einer Yorker Delegation in Münster. Aus diesen Begegnungen entwickelte sich Münsters erste und bis heute älteste Städtepartnerschaft.

Von Beginn an ging es dabei um mehr als um den offiziellen Austausch zwischen zwei Stadtverwaltungen. Schon bald entstanden Kontakte zwischen Schulen, Vereinen, Kirchengemeinden und anderen Gruppen. Menschen aus Münster und York besuchten einander, lernten die jeweils andere Stadt und ihre Kultur kennen und entwickelten persönliche Beziehungen. Aus Begegnungen wurden Freundschaften – und aus der offiziellen Partnerschaft wuchs eine lebendige Verbindung zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Städte.

Dabei verbindet Münster und York sogar eine noch viel ältere Geschichte: Münsters Stadtgründer und erster Bischof Liudger wurde im 8. Jahrhundert an der Domschule von York ausgebildet. Die Verbindung zwischen beiden Städten reicht damit weit über die moderne Städtepartnerschaft hinaus.

Begegnung ist heute wichtiger denn je

Mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Beginn der Partnerschaft leben wir in einer Welt, in der Entfernungen scheinbar kleiner geworden sind. Wir können innerhalb weniger Stunden von Münster nach York reisen, jederzeit miteinander telefonieren, Nachrichten austauschen und Menschen aus anderen Ländern über soziale Medien kennenlernen.

Doch Nähe ist noch keine Begegnung. Und Kontakt ist noch keine Freundschaft.

Eine echte Städtepartnerschaft entsteht dort, wo Menschen sich persönlich begegnen, miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam etwas erleben und vielleicht irgendwann feststellen, dass aus einem ersten Kennenlernen eine dauerhafte Freundschaft geworden ist.

Genau darin sehen wir auch heute unsere Aufgabe: Wir möchten Menschen aus Münster und York zusammenbringen – nicht nur für einen Besuch, sondern für echte Begegnungen, persönliche Beziehungen und Freundschaften, die über Jahre und vielleicht sogar über Generationen bestehen bleiben.

Denn letztlich lebt eine Städtepartnerschaft nicht von Urkunden und offiziellen Terminen, sondern von Menschen, die aufeinander zugehen.

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